Die Zahl der Radfahrer steigt – und damit die Nachfrage nach Stellplätzen im gesamten Bezirk. Doch Flächen für Fahrräder in Lichtenberg werden knapp.
Die Zahl der Radfahrer steigt – und damit die Nachfrage nach Stellplätzen im gesamten Bezirk. Doch Flächen für Fahrräder in Lichtenberg werden knapp.

Die Zahl der Radfahrer steigt – und damit die Nachfrage nach Stellplätzen im gesamten Bezirk. Doch gerade an den Bahnhöfen in Lichtenberg werden die Flächen knapp. Eine betreute Fahrradstation könnte die Situation etwas mildern. Teil 3 unserer Serie „Radfahren in Lichtenberg“.

Die Zahl der Fahrradfahrer in Lichtenberg steigt – und wer es nicht glauben möchte, muss nur morgens nach dem gröbsten Berufsverkehr zu den Bahnhöfen nach Karlshorst, Hohenschönhausen oder Lichtenberg fahren. Überall das gleiche Bild: Räder über Räder. Wer keinen Platz in einer sogenannten Fahrradabstellanlage findet, sucht sich ein freies Treppengeländer oder einen Bauzaun.

„Berlin hat ja nicht gerade den Anspruch, eine Fahrradstadt zu sein“, sagt Danny Freymark (CDU), Mitglied des Abgeordnetenhauses. „Ich denke aber, dass die Stadt deutlich zulegen kann.“ So sei das Land Berlin aufgefordert, von sich aus sogenannte Fahrradstationen zu schaffen. Das sind betreute Abstellanlagen, wie es sie bereits in Bernau bei Berlin gibt. So ein Konzept ist unter anderem für den Bahnhof Hohenschönhausen an der Falkenberger Chaussee im Gespräch. Dort soll der Betreiber eines Fahrradladens gewonnen werden. Derzeit spielen sich die Akteure jedoch den Schwarzen Peter hin und her. Unter anderem geht es um die Frage, welche öffentliche Fläche wie genutzt werden darf. Ein Ergebnis ist noch in weiter Ferne.

Das Konzept für sogenannte Fahrradstationen stammt vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC): Während die Besitzer des Rades auf der Arbeit sind, kann das Rad gewartet oder repariert werden. In jedem Fall ist es ständig im Blick des Stationsbetreibers – und damit sicher vor Dieben. „In Hohenschönhausen könnte man darüber hinaus einen Servicepunkt der BVG und der S-Bahn integrieren, an dem es unter anderem Fahrkarten gibt“, sagt Roy Sandmann vom ADFC. Auch Leihräder könnte es an der Station geben. Denn zur Barnimer Feldmark ist es vom S-Bahnhof Hohenschönhausen nicht mehr weit.
Berlin investiert jedes Jahr eine Million Euro in Leihräder und reicht dieses Geld direkt an die Deutsche Bahn weiter. Die hält an ausgewählten Standorten der Stadt Leihfahrräder bereit. Einziger Haken: Weder in Lichtenberg noch in Hohenschönhausen gibt es entsprechende Stationen. Radfahrer Freymark („Ich habe nicht einmal einen Führerschein“) sieht großen Bedarf für betreute Abstellanlagen.

Ole Kreins, der verkehrspolitische Sprecher der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus, will aber auch das Netz unbetreuter Abstellanlagen ausbauen. Gerade am Bahnhof Lichtenberg sehe er noch Potenzial. Er fordert zudem den Bezirk auf, nicht genutzte und vergammelte Fahrräder entfernen zu lassen. Die gibt es zuhauf an den Bahnhöfen – von ihren Besitzern vor Jahren verlassen. 

Radfahren in Lichtenberg – unsere Serie:

 

veröffentlicht am 2. Juni 2014; Autor: Marcel Gäding

 

Der lange Weg zu Fahrradstationen in Lichtenberg
Markiert in: