Das Fahrrad gewinnt auch in Lichtenberg an Bedeutung. Da liegt es nahe, dass der Berliner Bezirk ein Fahrradkonzept hat. Doch der Weg, es umzusetzen, ist lang.
Das Fahrrad gewinnt auch in Lichtenberg an Bedeutung. Da liegt es nahe, dass der Berliner Bezirk ein Fahrradkonzept hat. Doch der Weg, es umzusetzen, ist lang.

Der Bezirk Lichtenberg ist nicht sehr fahrradfreundlich. Die Grünen im Bezirk wollen das ändern und haben die Unterstützung von SPD und CDU. Der Weg zu einer fahrradfreundlichen Kommune ist jedoch lang. An dieser Stelle starten wir unsere kleine Serie rund ums Radfahren in Lichtenberg.

Ginge es nach den Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung, dann wäre Lichtenberg längst ein Fahrradbezirk. Die Ortsteile wären über Radwege verbunden. Diese wären an das europäische Radwegenetz angeschlossen und alle Fahrradrouten wären ausgeschildert. Immerhin: Was die Grünen in ihre Fahrradkonzeption geschrieben haben, findet bei SPD und CDU im Bezirk Anklang und Unterstützung. Allein der Weg hin zum fahrradfreundlichen Bezirk ist steinig. Es geht voran, wenn auch nur Stück für Stück.

Für die Radwege im Bezirk ist Wilfried Nünthel (CDU) verantwortlich. Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung fährt selbst gerne Rad und weiß, wo noch etwas zu tun ist. Ob im nördlichen Malchow oder dem südlichen Karlshorst – es gibt viele weiße Flecken auf der Radkarte Lichtenbergs. Neben der Instandsetzung vorhandener Radwege setzt Nünthel auf den Bau neuer Verbindungen. Einmal im Jahr schwingen sich Nünthel und seine Abteilungsleiter gemeinsam mit Beamten der Senatsverkehrsverwaltung aufs Fahrrad. Einen halben Tag lang fahren sie den Bezirk ab, machen sich Notizen und fällen Entscheidungen. Für 2014 stehen neue Radwege mit einer Länge von 3,5 Kilometern auf dem Programm.

So soll dieses Jahr unter anderem am Paul- und Paula-Ufer in Rummelsburg für 450.000 Euro ein asphaltierter Radweg entstehen, weitere Asphaltierungen sind am Orankeweg (150.000 Euro), in der Rüdigerstraße (200.000 Euro), in der Sangeallee (250.000 Euro) und in der Schlichtallee (150.000 Euro) geplant. Derzeit verfügt Lichtenberg über ein Radwegenetz von 50 Kilometern.

Angedacht, aber noch nicht konkret ist zudem, alte Güterbahngleise im Gewerbegebiet rund um die Siegfriedstraße als Fahrradwege zu nutzen. „Darüber hinaus sehen wir Verbesserungsbedarf, was die Radwege beziehungsweise fehlenden Verbindungen auf der B1 stadteinwärts und auf dem Dörferwanderweg in der Barnimer Feldmark betrifft“, sagt Stadtrat Nünthel. Er wolle auch in Zukunft dafür sorgen, dass ein angemessener Teil der Mittel für Rad- und Fußwege eingesetzt wird. „Uns ist wichtig, dass wir aus den Radwegen ein Netz schaffen.“ Die BVV will die Radwegekonzeption der Grünen vorantreiben. „Im Haushalt 2014/2015 wurden jeweils 20.000 Euro für die Umsetzung auf Initiative der Zählgemeinschaft bereitgestellt“, sagt die verkehrspolitische Sprecherin der SPD, Jutta Feige.

Die Fraktion der Piraten in der BVV findet ein bezirkliches Fahrradkonzept gut, aber wenig effektiv. „Für uns ist es sinnvoller, wenn der Senat den Bezirken mehr Geld für den Bau von Radfahranlagen zur Verfügung stellt und ein Gesamtkonzept für Berlin entwickelt“, sagt Sprecherin Anne Mindt. „Der Einbezug der Landesebene ergibt auch deshalb mehr Sinn, weil so die Anschlüsse an angrenzende Bezirke besser beachtet werden können.“

Doch noch sehen vor allem die Grünen viel Handlungsbedarf. „Das Bezirks­amt und BVV sowie ADFC und andere Interessierte müssen anders zusammenarbeiten, da sonst nicht viel dabei herauskommt“, fordert die Grünen-Bezirksverordnete Henriette van der Wall. „Deshalb auch unser Antrag zur Installierung eines Runden Tisches Fahrrad.“ Dabei könne man auf Erfahrungen von anderen Bezirken zurückgreifen, die sich ein solches Gremium geschaffen haben, heißt es in dem Antrag. Der Runde Tisch soll wird vom zuständigen Stadtrat geleitet werden und sich vier- bis fünfmal im Jahr treffen.

Geplante Radwege in Lichtenberg 2014

Das Bezirksamt plant den Neubau beziehungsweise die Sanierung folgender Radwege:

  • Falkenberger Chaussee, Hohenschönhausen, Kosten: 200.000 Euro, Länge: 400 Meter
  • Paul und Paula-Ufer, Rummelsburg: Asphaltierung des Radweges, Kosten: 450.000 Euro, Länge: 900 Meter 
  • Sangeallee, Karlshorst: Asphaltierung, Kosten: 250.000 Euro, Länge: 1.100 Meter
  • Schlichtallee, Rummelsburg: Fahrradstreifen und Parkhäfen, Kosten: 150.000 Euro, Länge: 180 Meter
  • Orankeweg, Hohenschönhausen: Asphaltierung des Radweges, Kosten: 150.000 Euro, Länge: 400 Meter
  • Rüdigerstraße, Lichtenberg: Asphaltierung des Radweges, Kosten: 200.000 Euro, Länge: 900 Meter

veröffentlicht am 21. Mai 2014, Autor: Marcel Gäding, Quelle: Bezirksamt Lichtenberg von Berlin

Lichtenberg will fahrradfreundlicher werden
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