Antrittsbesuch im Tierpark Berlin: Andreas Knieriem (Mitte) traf am Mittwoch auf Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD, rechts) und den tierschutzpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Daniel Buchholz.
Antrittsbesuch im Tierpark Berlin: Andreas Knieriem (Mitte) traf am Mittwoch auf Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD, rechts) und den tierschutzpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Daniel Buchholz.

Bis auf den letzten Platz war die Cafeteria des Tierparks Berlin besetzt: Alle wollten Andreas Knieriem sehen, den designierten Chef von Zoo und Tierpark. Und während der promovierte Tierarzt am Tag  zuvor vor 300 Zuhörern im Zoologischen Garten (West) sprach, blickte er im Tierpark Berlin (Ost) in 600 Gesichter. Eingeladen hatte die Fördergemeinschaft von Zoo und Tierpark.

Knieriem löst in diesem Jahr den umstrittenen und eigenmächtigen Bernhard Blaszkiewitz ab, der zum Schluss nur noch negative Schlagzeilen machte. Doch für miese Stimmung – vor allem in der Belegschaft – sorgte Blaszkiewitz im Grunde genommen schon seit der Wende. Damals übernahm er zunächst den Berliner Tierpark, 2007 auch den Zoologischen Garten. Sein Führungsstil sorgte für Angst unter der Belegschaft.

Wie eine Erlösung mag es den mehr als 400 Beschäftigten der Einrichtungen vorkommen, dass jetzt Andreas Knieriem das Zepter übernimmt. In München, wo er aktuell noch unter Vertrag steht, machte er sich bereits einen Namen als Führungskraft, die den in die Jahre gekommenen Tierpark Hellabrunn in die neue Zeit führte. Derzeit verspüre er eine „riesige Bugwelle, die da gerade auf mich zurollt“, sagt Knieriem. In humorvoller Art und Weise – anders als sein ungeliebter Vorgänger – sorgte er Mittwochabend für einen Lacher nach dem nächsten. Und er bekam immer wieder Applaus wie ein Popstar: nicht nur von Stammbesuchern, sondern auch den langjährigen Beschäftigten. Dass er auf deren Kreativität und Phantasie bei der Bewältigung der bevorstehenden Aufgaben setzt, ist ein guter Einstand. „Am Ende haben wir alle ein Ziel: eine gute Tierhaltung.“

Große Hoffnung setzt auch die auf inzwischen 2.100 Mitglieder gewachsene Fördergemeinschaft um ihren Vorsitzenden Thomas Ziolko. Er verspürt so etwas wie Aufbruchstimmung und sagt, dass 2014 ein wichtiges Jahr wird. Immerhin müssen Zoo und Tierpark wettbewerbsfähig gemacht werden. Die Unterstützung der Berliner scheint Knieriem bereits zu haben. „Jede Woche treten 20 neue Förderer ein“, sagt Thomas Ziolko. Vor nicht allzu langer Zeit waren es 20 Neueintritte im Monat.

Bevor Knieriem mit den Berliner Tierparkfreunden ins Gespräch kam, durfte er schon einmal auf Tuchfühlung mit Politikern und Sponsoren gehen. Unter den geladenen Gästen fanden sich neben Berlins früherem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) auch Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD), Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) und der Bundestagsabgeordnete Martin Pätzold (CDU).

veröffentlicht am 19. Februar 2014, Autor: Marcel Gäding

Lesen Sie bitte auch:

Tierfreunde feiern neuen Zoo-Chef wie Popstar
Markiert in: