Jens-Peter Scharf, Chefarzt im Sana-Klinikum Lichtenberg, hat gute Aussichten. Die Zahl der Geburten ist sprunghaft angestiegen.Weil der Trend anhält, muss nun erweitert werden.
Jens-Peter Scharf, Chefarzt im Sana-Klinikum Lichtenberg, hat gute Aussichten. Die Zahl der Geburten ist sprunghaft angestiegen.Weil der Trend anhält, muss nun erweitert werden.

Das Oskar-Ziethen-Krankenhaus in Lichtenberg fackelt nicht lange – und passt sich den gestiegenen Geburten an. Mehr Personal und Kreißsäle sollen steigenden Bedarf decken.

Der kleine Hardy Laubsch liegt friedlich in den Armen seiner Mama Ronny-Sylvia. Papa Christian sitzt neben den Beiden auf dem Bett im Vorwehen-Zimmer und strahlt über beide Ohren, voller Stolz über den frisch geborenen Sohnemann. Nur einmal quengelt der Kleine, als ihm die Krankenschwester ein kuscheliges Mützchen aufsetzen will. Dann schlummert er weiter an Mamas warmer Brust. Hardy erblickte am 23. Januar 2014 um 11.30 Uhr im Sana Klinikum Lichtenberg in der Fanningerstraße 32 das Licht der Welt. Und ist damit in bester Gesellschaft. Denn das geschichtsträchtige , 100 Jahre alte Oskar-Ziethen-Krankenhaus an der Fanningerstraße ist sehr beliebt bei werdenden Eltern. Die Klinik verzeichnete 2013 einen Anstieg von 286 auf 3.166 Geburten im Vergleich zum Vorjahr (2012: 2.880).

„Wir waren im letzten Jahr die Klinik, die bei ungefähr gleichbleibender Gesamtgeburtenzahl in Berlin einen gesteigerten Zulauf hatte“, erklärt Dr. med. Jens-Peter Scharf, Chefarzt der Frauenklinik des Sana Klinikums Lichtenberg. Ein Babyboom wie in seiner Klinik ist in Berlin sonst nicht abzulesen. Mit insgesamt 36.111 Hauptstadt-Neugeborenen gab es nur 30 mehr als im Vorjahr (2012: 36.081). Laut Dr. Scharf sei die Geburtensteigerung im Sana Klinikum auf eine deutliche Umverteilung in der Stadt zurückzuführen. Das hätte zum einen etwas damit zu tun, dass Lichtenberg sich das Thema Familienfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Der Bezirk wird für viele Menschen immer attraktiver, weshalb sie hierher ziehen. In der steigenden Einwohnerzahl sieht der Chefarzt allerdings nicht den einzigen Grund: „Wir hatten im Jahr 2012 rund 2.400 in Lichtenberg gemeldete, also wohnhafte, Neugeborene. Allerdings sind nur 51 Prozent der Entbindungen im Sana Klinikum gebürtige Lichtenberger, die anderen 49 Prozent kommen aus anderen Stadtteilen; vorwiegend aus Bezirken, die an Lichtenberg grenzen. Der wichtigste Vorteil ist der Standort, denn das Sana Klinikum kann als Perinatalzentrum Level II eine optimale Versorgung der Schwangeren und Neugeborenen, vor allem aber auch Frühgeburten, gewährleisten.“

Neben der großen, hellen und mit niedlichen Wandmotiven sehr liebevoll gestalteten Frauenklinik mit modernen Kreißsälen und OP verfügt das Oskar-Ziethen-Krankenhaus über eine Neonatologie, in der auch Risikoschwangere und Patienten mit drohender Frühgeburt optimal behandelt werden können. Auf der großzügigen Wochenbettstation mit 42 Betten können sich die Kleinen und ihre Mütter dann von der anstrengenden Geburt erholen. Besonders beliebt sind die sechs Familienzimmer, die mit Doppelbetten ausgestattet sind, so dass auch der Papa bei seinen Liebsten sein kann. Im Schnitt bleiben die Patienten rund drei Tage – die Verweildauer ist seit vier Jahren stabil. Auch nach der Entlassung kümmert sich das Sana Klinikum darum, dass die Neugeborenen und ihre Mütter gut umsorgt werden: von der Empfehlung nachsorgender Hebammen bis zum hauseigenen Stilltreff mit der qualifizierten Laktationsberaterin Kerstin Groß. Erst 2013 wurde die Klinik als stillfreundliches Krankenhaus zertifiziert.

Auf die steigende Geburtenzahl hat man im Sana Klinikum mit einer Verstärkung des Personals reagiert. So wurden vier neue Hebammen eingestellt. 25 arbeiten nun insgesamt in den Kreißsälen – vier pro Schicht bei drei Schichten am Tag. Außerdem sind rund um die Uhr ein Gynäkologe und ein Oberarzt auf Station. „Eine 1:1-Betreuung ist unser Ziel. Das klappt natürlich nicht immer, aber der Zulauf der Patienten spricht dafür, dass es sehr gut läuft“, erklärt Chefarzt Dr. Scharf. Darüber hinaus wurde auch die Zahl der Kreißsäle von vier auf sechs erweitert. Auch für den erhöhten Bettenbedarf wurde eine Lösung gefunden. Als Kompensation kann die Kinderklinik mehrere Reservebetten für Begleitmütter zur Verfügung stellen, deren Babys auf der Neonatologie liegen.

Das 3.000 Baby, das im Dezember 2013 im Sana Klinikum Lichtenberg als Frühchen zur Welt kam, konnte übrigens mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen werden.

veröffentlicht am 12. Februar 2014, Autorin: Jeannine Kostow

Sana-Klinikum reagiert auf Babyboom
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