Das studio  im Hochhaus gehört zu den vielen Lichtenberger Galerien. Was wenige wissen: Der Ostbezirk verfügt über eine lebendige Kunstszene. Das Bezirks-Journal stellt wichtige Einrichtungen vor.
Das studio im Hochhaus gehört zu den vielen Lichtenberger Galerien. Was wenige wissen: Der Ostbezirk verfügt über eine lebendige Kunstszene. Das Bezirks-Journal stellt wichtige Einrichtungen vor.

Auf Streifzug durch die Kultureinrichtungen in Lichtenberg kommen Kunstinteressierte auf ihre Kosten. Das Bezirks-Journal hat sich auf die Reise gemacht und stellt an dieser Stelle die Lichtenberger Galerien vor.

Mies van der Rohe Haus: Architekturdenkmal als Hort für moderne Kunst

In der Oberseestraße 60 lädt das Mies van der Rohe Haus zu Ausstellungen moderner Kunst, Vortragsreihen und thematischen Führungen ein. Im Sommer wird der Garten für künstlerische Installationen genutzt. Derzeit ist hier die Ausstellung „Das Haus in Photographien“ von Harf Zimmermann zu sehen. Sie ist bis zum 9. März dienstags bis sonntags von 11-17 Uhr geöffnet. „mies – verstehen“ heißt es am Sonntag, dem 2. März, wenn um 11.30 Uhr durch Haus, Garten und Ausstellung geführt wird. Der Eintritt pro Person beträgt 5 Euro, bis 16 Jahre ist er frei. Das 1932 von Ludwig Mies van der Rohe entworfene „Landhaus Lemke“ steht seit 1977 unter Denkmalschutz und ist seit 2002 nach denkmalgerechter Sanierung als Kunsthaus wieder öffentlich zugänglich.

ratskeller: Galerie für zeitgenössische Kunst

Der ehemalige Ratskeller im historischen Rathaus Lichtenberg (Möllendorfstraße 6) ist seit 2007 ein modernes Zentrum für Kunst und Veranstaltungen. Hier stellen nicht nur namhafte Künstler aus, es werden auch thematische Ausstellungsschwerpunkte zeitgenössischer Kunst gesetzt. Aktuell wird „Zwischenraum – Fotografie, Installation, Malerei, Video“ gezeigt. Die Ausstellung ist bis zum 14. März immer montags bis freitags 10-18 Uhr geöffnet. Am 20. Februar lädt die Galerie um 18 Uhr zu einem Künstlergespräch, am 6. März gibt es ebenfalls um 18 Uhr eine Führung durch die Ausstellung.

studio im hochhaus: Experimentelle Projekte

In der Zingster Straße 25 stehen thematische und experimentelle Ausstellungsprojekte und interkulturelle Gegenwartskunst im Vordergrund. Als Kunst- und Literaturwerkstatt bietet die Galerie literarische und geschichtspolitische Veranstaltungsreihen und Musikprojekte. Geöffnet ist das studio im hochhaus immer Montag bis Donnerstag 11-19 Uhr, Freitag 11-16 Uhr und Sonntag 14-18 Uhr.

Galerie 100 und Kunstverleih: Berliner Kunst

Seit 25 Jahren bietet die Galerie in der Konrad-Wolf-Straße 99 zeitgenössischen Künstlern verschiedener Generationen und Herkunft eine Plattform. Im Mittelpunkt stehen klassische Bereiche der Malerei, Grafik und Bildhauerei. Außerdem finden hier regelmäßig Vorträge zur Kunstgeschichte sowie Konzerte und Figurentheater statt. Der kommunale Kunstverleih in den Räumen der Galerie umfasst eine Sammlung von rund 400 Werken vorwiegend von Berliner Künstlern, die gegen Gebühr ausgeliehen werden können. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10-18 Uhr, Sonntag 14-18 Uhr

Kulturhaus Karlshorst: Kunst und Konzerte

Das neue Kulturhaus an der Treskow-allee 112 lädt zu Ausstellungen und Veranstaltungen ein. So finden hier beispielsweise auch Konzerte des Jazz Treff Karlshorst statt. Die aktuelle Ausstellung „Himmel-Fahrt“ zeigt Malereien von Lutz Brandt, der über sich und seine Bilder sagt: „Als Kind eines Flugzeugkonstrukteurs und Piloten nahm mich schon früh die Technik gefangen. Seitdem begleitet mein Leben die Ambivalenz des Fliegens.“ Die Ausstellung ist noch bis zum 9. März zu sehen und Dienstag bis Freitag 11-19 Uhr sowie Sonntag 14-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

after the butcher: Plattform für junge Künstler

In den unter Denkmalschutz stehenden Räumen der ehemaligen Fleischerei in der Victoriastadt, in denen früher bis zu 20 Tonnen Fleisch wöchentlich verarbeitet wurden, haben junge und weniger bekannte Künstler die Möglichkeit, ihre Arbeit vorzustellen. In die Spittastraße 25 eingeladene Künstler werden gebeten, ein Projekt für den Raum zu entwickeln. Die Öffnungszeiten werden zu jeder Ausstellung separat vereinbart.

theARTer Gallery: Romantischer Treffpunkt für Musik und Poesie

In der theARTer Gallery in der Hagenstraße 56 im Altberliner Nibelungen-Viertel finden Liebhaber romantisch-düsterer Undergroundatmosphäre in Verbindung mit Musik und Poesie ein Zuhause. Wer Chansons mag, sollte sich das Konzert von Aranea Peel (Grausame Töchter) am 21. Februar nicht entgehen lassen.

Galerie Ost-Art: Ostdeutscher Realismus

Die Galerie Ost-Art fühlt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1996 Künstlern verbunden, die ihr Leben in der DDR verbrachten und diese Erfahrungen in ihre Werke einfließen lassen. Bekannte Berliner Künstler wie Arno Mohr und Walter Womacka sorgten für das hohe Ansehen und den Erfolg der Galerie in der Giselastraße 12. Die Darstellung künstlerischer Positionen des ostdeutschen Realismus und dessen Entwicklungslinien bis in die Gegenwart stehen hier im Vordergrund. Mit „changing energy“ gibt Florian Wolf bis 27. Februar bei freiem Eintritt einen Einblick in seine Arbeiten. Geöffnet ist von Dienstag bis Freitag 10-15 Uhr und am Samstag 13-17 Uhr.

okazi gallery: Abstrakte Kunst und Mixed Media

Das okazi (Esperanto: „sich ereignen“) in der Türrschmidtstraße 18 wird von jungen Grafikern und Künstlern betrieben, die in ihrer Arbeit den Austausch zwischen kreativen Menschen und deren Verschiedenartigkeit in Ideen und Stilen verfolgen. Im Fokus der zeitgenössischen Ausstellungprojekte, die alle acht Wochen wechseln, stehen Grafik, Fotografie, Illustration und Mixed Media. Geöffnet ist am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend jeweils 14-17 Uhr.

Studio Bildende Kunst: Druckkunst aller grafischen Stilrichtungen

In der unter Denkmalschutz stehenden Villa des einstigen Fleischfabrikanten Paul Skupin ist die Innengestaltung weitgehend im Originalzustand aus den 1920er-Jahren erhalten. Dieser Charme macht die Ausstellungsräume in der John-Sieg-Straße 13 besonders attraktiv. Gezeigt werden hier grafische Drucktechniken wie Holzschnitte, Radierungen oder Kupferstiche; auch aus der eigenen Druckwerkstatt.

veröffentlicht am 12. Februar 2014, Autorin: Jeannine Kostow

Kultur: Unterwegs in Lichtenberger Galerien
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