Verteidiger Henry Haase ist endlich in der ersten Mannschaft der Eisbären angekommen. Dort darf der 20-Jährige nun sein Talent unter Beweis stellen.
Verteidiger Henry Haase ist endlich in der ersten Mannschaft der Eisbären angekommen. Dort darf der 20-Jährige nun sein Talent unter Beweis stellen.

Verteidiger Henry Haase ist endlich in der ersten Mannschaft der Eisbären angekommen. Der Rekordmeister hat den 20-Jährigen für sich entdeckt und bekommt nun seine große Chance. Das Bezirks-Journal hat ihn beim Training besucht.

So mancher Anhänger der Eisbären wird sich zu Beginn der Saison bestimmt gewundert haben. Als Protagonisten des Einstimmungsfilmchens, der vor jedem Spiel auf dem Videowürfel in der Arena am Ostbahnhof zu sehen ist, hatten sich die Verantwortlichen der Hallengaudi ausgerechnet für Henry Haase entschieden. Mit insgesamt 32 Spielen – meistens Kurzeinsätze – gehörte der 20-Jährige bis dahin bestimmt nicht zu den prägenden Charakteren des erfolgsverwöhnten Rekordmeisters. Jetzt, wo sich der Spielbetrieb den Playoffs und damit dem Saisonhöhepunkt nähert, zeigt sich aber, dass man sich zu Recht für den Verteidiger entschieden hat. Haase ist einer der wenigen Lichtblicke in einer durchwachsenen Saison, er ist fester Bestandteil der Mannschaft.
103 Kilogramm verteilen sich bei Haase auf 189 Zentimeter Körpergröße. Daran lässt sich seine Arbeitsweise bereits erahnen. Er sagt: „Ein Techniker bin ich nicht, aber dafür gut am Körper. Ich kann das Team beschützen und aufräumen.“ Häufig hat ihn Cheftrainer Jeff Tomlinson deshalb auch dann eingesetzt, wenn die Mannschaft mit einem Spieler weniger auf dem Eis war. „Die Entwicklung von Henry ist ein voller Erfolg“, sagt Manager und Geschäftsführer Peter John Lee.

Wie kaum ein anderer in der Mannschaft repräsentiert Haase die Nachwuchsarbeit der Eisbären. Im Alter von vier Jahren stand der gebürtige Friedrichshainer erstmals im Wellblechpalast auf dem Eis. „Mir hat gefallen, was die Großen hier machen.“
Um irgendwann selbst ein Bewunderter zu werden, durchlief er dann sämtliche Ausbildungsstufen des Klubs. Er spielte mit den Eisbären Juniors erst in der Schüler-Bundesliga, später in der Deutschen Nachwuchs-Liga. Beim Kooperations-Partner Fass in der Oberliga bekam er dann den nötigen Schliff. „Man kann hier gegen Männer spielen“, sagt er, „man gewöhnt sich dran, dass es härter und dreckiger zugeht“.

Unter Tomlinsons Vorgänger Don Jackson erhielt er in der Spielzeit 2011/2012 bereits mit 18 Jahren die erste Berufung in die Eisbären-Profimannschaft. Gleichzeitig war es aber der Anfang einer Zeit mit „vielen Hochs und Tiefs“, wie er selbst sagt. Auf gelegentliche Kurzeinsätze und die Hoffnung auf den endgültigen Sprung in die erste Mannschaft folgte stets Ernüchterung in Form einer Rückstufung in das Oberliga-Team. „Das war nicht immer schön, aber ich habe immer an meine Chance geglaubt.“
Die große Chance eröffnete sich in dieser Saison dann ausgerechnet durch die Ausfälle seiner Abwehrkollegen. Weil mit Constantin Braun (Depression) und Jens Baxmann (Kreuzbandriss) zwei gestandene Spieler nicht einsatzfähig waren, nahm Tomlinson Haase in die Pflicht. „Für die Mannschaft war das natürlich eine doofe Situation“, erinnert sich Haase. „Für mich allerdings war es die Gelegenheit, mehr zu spielen und mich zu beweisen.“

Aus Fehlern lernen

Kontinuierlich ist Haases Bedeutung für das defensive Gelingen gewachsen, zumal sich im letzen Auswärtsspiel auch noch Frank Hördler einen Innenbandriss zugezogen hatte. „Natürlich spüre ich die Verantwortung, aber ich weiß damit umzugehen“, sagt er. Dazu gehört es, anderen jungen Leuten mit weniger Erfahrung Tipps zu geben. „Ich erzähle ihnen, was ich falsch gemacht habe, damit sie es besser machen.“ Beim Toreschießen hat er allerdings selbst noch Nachholbedarf. In Deutschlands höchster Eishockey-Liga DEL blieb ihm das Gefühl eines eigenen Treffers bislang verwehrt. Da wundert es nicht, dass er sich neben dem Erreichen der Playoffs und vielen weiteren Einsätzen für die nächsten Wochen vor allem eines wünscht: Endlich mal den gegnerischen Torwart überwinden. Nach den Entwicklungen in dieser Saison dürfte sich aber niemand wundern, wenn das bald passiert.

veröffentlicht am 12. Februar 2014, Autor: Benedikt Paetzholdt

Eisbären: Der Mann für die Drecksarbeit
Markiert in: