BZJ_02_2014_Titel_Brauerei
Leon (l.) und Jonas genießen ein frisch gezapftes Bier: Nach einer interessanten Führung durch die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei geht es für die Gäste ins Gambrinus, das brauereieigene urige Lokal.

Die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei hat ihren Sitz in Hohenschönhausen. An der Indira-Gandhi-Straße werden bekannte Marken wie das Berliner Pilsener, das Berliner Kindl und Schultheiss produziert. In der Region ist die Brauerei Marktführer.

Süßer Duft liegt in der Luft: Wer häufig durch die Indira-Gandhi-Straße fährt, der wird sich schon so manches Mal gewundert haben. Denn nirgends riecht es so angenehm wie hier. Der Malz-Geruch kommt von der Berliner-Schultheiss-Kindl-Brauerei – der bedeutendsten Brauerei Berlins. Am Standort Hohenschönhausen werden Biere der Marken Berliner Pilsner, Berliner Kindl, Berliner Bürgerbräu und Schultheiss Pilsener gebraut. Gut 30 Tage dauert es, bis aus Hopfen, Malz und Brauwasser ein hochwertiges Bier wird. Und was da in Hohenschönhausen in Flaschen und Fässer gelangt, kommt vor allem bei den Menschen in Berlin und Brandenburg gut an. „Immerhin sind wir immer erfolgreicher in der Region“, sagt Joachim Grupp, Marketingleiter der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei.

Jedes Jahr können bei der Brauerei in einer der modernsten Anlagen Deutschlands bis zu 1,5 Millionen Hektoliter Bier abgefüllt werden. In zwei Abfüllanlagen können in Hochzeiten bis zu 100.000 Flaschen mit Gerstensaft oder Berliner Weiße befüllt werden. Gebraut wird zwar nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516. „Doch jedes Bier hat seine eigene Rezeptur“, sagt Joachim Grupp. Zudem wird jede Sorte mit anderen Malzen und Hefestämmen gebraut. Während Schultheiss gern in Berliner Eckkneipen getrunken wird, hat das Berliner Pilsner seine Fans sowohl bei den traditionellen Zielgruppen wie auch zunehmend in der jungen, hippen Szenegastronomie. Das untergärige Berliner Kindl wiederum findet seine Abnehmer eher bei kulturbegeisterten Berlinern. Entsprechend werden die Marken auch auf ihre Zielgruppen ausgerichtet. „Die Menschen in der Region danken uns das mit einer hohen Loyalität“, sagt Joachim Grupp. Dass die Brauerei regionaler Marktführer ist, erscheint bei unzähligen anderen Biersorten in den Super- und Getränkemärkten nicht selbstverständlich. „Wir profitieren hier eindeutig von der Nachfrage der Verbraucher nach Berliner Marken.“

In den Standort Hohenschönhausen wurde in den vergangenen Jahren in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe investiert. Dass dort inzwischen alle bekannten Marken der Hauptstadtbrauerei gebraut werden, hat wirtschaftliche Gründe. Das Areal des einstigen Volkseigenen Betriebes Berliner Brauereien ist seit 1995 auch Heimat von Schultheiss. 2006 wurde schließlich die Kindl-Brauerei von Neukölln nach Hohenschönhausen verlagert. In der Brauerei werden 302 Angestellte beschäftigt, die hauseigene Spedition hat 143 Mitarbeiter. Zudem beschäftigt die Brauerei derzeit 31 Auszubildende. Noch um 1900 gab es in Berlin mehr als 300 Brauereien, von denen heute noch die backsteinroten Gebäude zeugen. Diese Zeit überlebt haben nur wenige Berliner Marken und Biere..
Auf dem Areal an der Indira-Gandhi-Straße stapeln sich überall Bierkästen und Bierfässer. Neben den modernen Produktions- und Abfüllanlagen verfügt das traditionsreiche Brauereigelände auch über ein eigenes Labor, in dem die Qualität der Rohstoffe wie die Hefe aus eigener Reinzucht und Biere laufend geprüft werden. Im gemütlichen Brauereiausschank werden nach den angebotenen Führungen verschiedene Biersorten zur Verkostung gereicht. Unzählige Lastkraftwagen stehen zum Transport des Bieres bereit.

 

Brauerei-Besichtigung

Besichtigung: Die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Fachkundige Mitarbeiter – darunter Braumeister – gewähren den Besuchern einen Blick hinter die Kulissen. Neben einem interessanten Vortrag sowie einem Film geht es auch durch die Produktions- und Abfüllanlagen.

Termine: Die Führungen finden ganzjährig immer montags bis donnerstags um 10, 14 und 17.30 Uhr statt. Nach Vereinbarung werden die Führungen auch freitags um 14 und um 17.30 Uhr angeboten. Die Führungen dauern bis zu drei Stunden und kosten 5 bis 12 Euro inkl. Verkostung.

Anmeldungen: Besichtigungen finden nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung statt: Tel. (030) 9 60 95 79.

veröffentlicht am 12. Februar 2014, Autor: Marcel Gäding

Berliner Biere kommen aus Hohenschönhausen
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