Einweihung Johannes Fest Platz in Karlshorst (8)_1037x691Strahlender Sonnenschein, gut 200 Gäste und melancholische Trompetenklänge: Am Mittwoch wurde der Platz vor dem Theater Karlshorst nach dem Schulrat und Politiker Johannes Fest benannt. In einer Feierstunde enthüllte Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD) gemeinsam mit Nachkommen von Johannes Fest die Tafel auf dem Areal an der Ehrenfelsstraße. Unter den Gästen waren viele Karlshorster, Vertreter der Bezirksverordnetenversammlung, Berlins früherer Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU), B.Z.-Chefkolumnist Gunnar Schupelius, Morgenpost-Autor Jochim Stoltenberg sowie Feuilletonist Dr. Stephan Speicher . Der Schauspieler Ulrich Matthes („Der Untergang“) zitierte aus dem Buch „Ich nicht“, in dem Johannes Fests Sohn Joachim seinem Vater ein literarisches Denkmal setzte. Joachim Fest wurde vor allem mit seiner Hitler-Biographie bekannt.

Johannes Fest (1889-1960) lebte in Karlshorst, nur wenige hundert Meter vom jetzigen Johannes-Fest-Platz in der Hentigstraße. Der gläubige Katholik, Demokrat und Bezirkspolitiker bekam 1933 von den Nationalsozialisten Berufsverbot, weil er sich gegen das Naziregime und gegen Adolf Hitler aussprach. Sein Rektorenamt an der 20. Grundschule in Lichtenberg verlor er daraufhin. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog es Fest nach Neukölln, wo er Bezirksverordneter war. 1950 bis 1958 war Johannes Fest Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Seit 1960 ist er Stadtältester Berlins.

Bezirksbürgermeister Andreas Geisel würdigte Fest. „Dieser Platz macht darauf aufmerksam, was für Mensch hier gelebt hat: ein Vorbild für Standhaftigkeit, ein wahrer Demokrat“, sagte Geisel. Dr. Nikolaus Fest, Enkel des Gewürdigten, sagte, dass der Johannes-Fest-Platz für Zivilcourage und Mut steht.

veröffentlicht am 5. Februar 2014, Autor: Marcel Gäding

Die Feierstunde in Bildern:

Fotos: Marcel Gäding

Platz vor Theater Karlshorst trägt den Namen von Johannes Fest
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