Weil die Zahl der Kinder steigt, reagiert der Bezirk und investiert 44 Millionen Euro in Bildungsstandorte

Schule Dolgenseestraße
Die Schule an der Dolgenseestraße wird wieder für den Schulbetrieb hergerichtet. Foto: Marcel Gäding

Das Treppenhaus des leer stehenden Schulgebäudes an der Dolgenseestraße ist stark gezeichnet von der Zerstörungswut Unbekannter: Scheiben von Schaukästen sind zerschlagen, Eingangstüren beschädigt und Wände mit Graffiti beschmiert. Wenigstens die Heizung funktioniert noch auf einigen Etagen der 1970 in Plattenbauweise errichteten Schule. Bis Anfang 2010 befand sich in dem Gebäude in Friedrichsfelde das Forster-Gymnasium. Danach diente es noch gelegentlich als Ausweichstandort für Schulen, die gerade saniert werden. Gemeinsam mit einem Nachbargebäude sollten die alten, ungenutzten Schulen abgerissen werden. „Doch die Zahl der Schüler steigt, und damit auch der Bedarf an neuen Grundschulplätzen“, sagt Bildungsstadträtin Kerstin Beurich (SPD). Bis zum Jahr 2018 plant das Bezirksamt den Bau beziehungsweise die Erweiterung von Grundschulstandorten. Vorgesehen ist, die Zahl der Grundschulen von aktuell 33 Standorten auf 45 zu erhöhen. Bis 2018 werden womöglich 23.000 Grundschulplätze benötigt. Aktuell liegt die Zahl der Grundschüler in Lichtenberg bei 21.800.

Der alte Schulstandort an der Dolgenseestraße hat etwas Symbolisches für die Gesamtsituation. Auferstanden aus Ruinen, sozusagen. An der Dolgenseestraße entsteht der größte Grundschulstandort des Bezirks. In den beiden Gebäuden sollen bis zum Jahr 2016 etwa 12,3 Millionen Euro investiert werden. Vorgesehen ist der Standort für zwei neue Grundschulen, in denen perspektivisch 800 Jungen und Mädchen Platz finden. Der erste Gebäudeteil wird Mitte dieses Jahres fertiggestellt. Nebenan, in der alten Turnhalle, sind ebenfalls Bauarbeiter zu Gange.

Noch vor einigen Jahren ging der Bezirk davon aus, sein Netz an Grundschulen auszudünnen. „Bis Anfang 2000 waren die Schülerzahlen auch rückläufig“, sagt Kerstin Beurich. In der Folge wurden Schulen geschlossen und abgerissen. Glück im Unglück: Meist blieben die Turnhallen stehen, weil sie für den Vereinssport dringend benötigt wurden. Sie sollen jetzt in Verbindung mit Schulneubauten in Leichtbauweise wieder vollwertige Schulstandorte darstellen.

Den größten Bedarf an Grundschulplätzen vermeldet jedoch nicht Karlshorst, wo es seit Jahren einen nicht enden wollenden Zuzug von Neu-Lichtenbergern zu verzeichnen gibt. Die meisten Grundschulplätze werden in Lichtenberg-Nord sowie in Lichtenberg-Mitte geschaffen. So wird der Schul-standort Siegfriedstraße 208 ausgebaut, ebenso wie die Schule an der Harnackstraße. In absehbarer Zeit könnte an der Paul-Junius-Straße außerdem eine neue Schule entstehen. Neu wird neben den Grundschulen an der Dolgenseestraße auch die Schule an der Sewanstraße sein. Ob der dort bislang vom Lichtenberger Kulturverein genutzte Standort der Kultschule aufgegeben wird oder ein Neubau auf das Gelände kommt, steht aber noch nicht fest.

Die Inbetriebnahme der neuen Grundschulstandorte werde sukzessive vorgenommen, sagt Kerstin Beurich. „Gesetzlich sind wir als Bezirksamt verpflichtet, wohnortnahe Grundschulplätze anzubieten.“ Sie gehe davon aus, dass das Bezirksamt jederzeit jedem Kind im Umfeld einen Grundschulplatz anbieten kann. 

Zwölf neue Grundschulen für Lichtenberg
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